Quelle: tageschau.de  

Der Landschaftsbau

        

Bevor ich mit dem Landschaftsbau begann, legte ich Licht unter die Anlage. Der Landschaftsbau erfordert schließlich, daß die "Löcher" zwischen den Gleistrassen geschlossen werden müssen, besonders dort, wo besiedeltes Gebiet wie ein Dorf entstehen soll.

 

Licht unter der Anlage

Für die Beleuchtung unter der Anlage habe ich parallel geschaltete LED-Streifen verwendet, die von einem kleinen Trafo mit Gleichstrom versorgt werden. Damit ist es beim Arbeiten unter der Anlage genügend hell.

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Die Landschaftsplanung

Die Landschaft auf der Anlage habe ich so geplant:


 

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Füllung der Freiflächen

Als nächstes wurden die "Löcher" zwischen den Gleistrassen geschlossen. Dort, wo ein Dorf entstehen soll, habe ich die Freiräume mit den gleichen Pappelholzplatten gefüllt, aus denen ich bereits die Gleistrassen herausgeschnitten hatte. Für einzelne Gebäude im bergigen Gebiet habe ich "Plattformen" aus Pappelholz oder Plattenkonstruktionen aus sieben Millimeter starken Styrodurplatten auf unterschiedlichen Höhen angebracht. 

Die Ränder dieser Plattformen werden später mit den Rändern der Straßentrassen mittels Maschendrahtgeflecht verbunden. Auf das Drahtgeflecht kommt dann Spachtelmasse als Grundlage für die Landschaftsformen.

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Die Straßentrassen

Dort wo bergiges Gebiet entstehen soll, habe ich Straßentrassen aus dem Pappelholz geschnitten – so wie ich das mit den Gleistrassen auch gemacht hatte.

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Die Tunnelportale und deren Verkleidung

Die Straßen überqueren an etlichen Stellen die Gleise. Hier müssen Tunnelportale her. Auch an den Stellen, an denen die Züge aus der unteren Ebene in die obere Ebene stoßen, müssen ebenfalls Tunnelportale eingebaut werden.

Die Tunnelportale samt Stützmauern habe ich aus Pappelholzplatten nach den Maßen der einschlägigen NEM-Normen ausgeschnitten.Teilweise hatte ich noch gekaufte Portale, die ich hier wieder verwenden konnte.

In einem zweiten Arbeitsschritt habe ich die Portale "verkleidet". Hierzu habe ich wieder die Styrodurplatten verwendet und aus ihnen die Portale ausgeschnitten. Mit einem Teppichmesser habe ich die Steinstruktur in das Styrodurportal geritzt und später dann das Portal  mit Abtönfarbe angemalt.

Das Tunnelinnere habe ich mit ausgedruckten Ziegelmustern, erzeugt aus Druckvorlagen, die sich im Netz finden, ausgekleidet.


 

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Füllung zwischen den Gleisen und die Beschotterung


Mit den Styrodurplatten habe ich auch die Zwischenräume zwischen eng beieinanderliegenden Gleisen gefüllt, so daß der werksseitig gefertigte Damm der Märklin-Metallschienen zwischen den Gleisen verschwindet. 

Auf die Styrodur-Füllung kommt später der Gleisschotter. Hierzu habe ich einen Teil Leim mit einem Teil Wasser und einigen Spritzern Spülmittel gemischt und die Mixtur auf die Styrodurunterlage aufgetragen. Darüber wird der Gleisschotter gestreut und diese Schicht dann wieder mit dem Wasser-Leim-Spülmittel-Gemisch mit einer Pipette betraüfelt. 

Mit der Trocknung entsteht ein "steinharter" Schotterbelag. Für die Schotterung habe ich ein Gemisch aus gleichen Teilen erdbraunen und rötlich-braunen Granitschotters in einer Körnung von 0,5 mm bis 1 mm verwendet.

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Die Bahnsteige

Die beiden vorgesehen Bahnhöfe brauchen  Bahnsteige. Die Bahnsteige habe ich teils aus Pappelholz-, teils aus Styrodurplatten ausgeschnitten. Die erforderliche Höhe von zirka 14 mm für die Bahnsteige erreichte ich durch Übereinanderleimen zweier Platten. Die Fugen der Kantensteine an der Gleisseite des Bahnsteigs habe ich mit einem Teppichmesser in das Holz und das Styrodur eingraviert und das Ganze dann mit selbst gemischter Abtönfarbe steingrau gestrichen.

 

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Die Straßen und Bürgersteige


Die Straßen wurden "geteert". Als Straßenfarbe habe ich anthrazitfarbige Abtönfarbe verwendet, die ich mit etwas weißer Farbe aufgehellt habe. So ist ein heller Grauton entstanden. Aufgetragen habe ich die Farbe mit einer kleinen Malerrolle, so daß die Straßen Teerstruktur bekommen haben. 

Die Straßenmarkierungen habe ich teils mit einem Weißlackstift, teils auch mit Resten von gekaufter Abreibfolie für Markierungen aufgetragen. Eine ruhige Hand, Lineal und Kurvenlineal sind hier unabdingbar. Die Verkehrsschilder sind mit Folien zum Anreiben erstellt.

Für die Durchgangsstraße habe ich eine Breite von acht Zentimetern gewählt, was im Original etwa sieben Meter Straßenbreite entspricht. Bei Nebenstraßen habe ich fünf Zentimeter Straßenbreite gewählt. Die Markierungen sind im Maßstab 1:87 gemäß den einschlägigen Richtlinien für die Markierung von Straßen (RMS) aufgetragen.

Während die Straßen auf der Holzplatte aufgemalt sind, habe ich für die Bürgersteige Streifen aus Hartkarton (z. B. aus Rückseiten von Bilderrahmen) ausgeschnitten. In diese Streifen habe ich maßstabsgerecht Betonplatten eingraviert, so daß das Bild gepflasterter Bürgersteige entstanden ist. Die Farbe für die Bürgersteige habe ich einen Deut dunkler gewählt als die Straßenfarbe. An Hauptstraßen sind die Bürgersteige 1,5 Zentimeter breit, an Nebenstraßen zirka einen Zentimeter.

    

 

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Hügel und Berge, Felsen und die Begrünung


Hügel und Berge

Zum Formen der Berge dient Kaninchendraht als unterste Grundlage. Auf diesen Kaninchendraht werden später Stoffetzen, die in einer Mischung aus Wasser und Leim getränkt werden, aufgelegt und getrocknet. Auf diese steife Unterlage wird dann ein von der Konsistenz her leberwurstartiges Gemisch aus Wasser, Leim, Sägemehl und Abtönfarbe aufgetragen, das unter Modellbahnern auch als "grüne Leberwurst" bekannt ist. Dieses Gemisch wird dann "begrast" und "bewaldet".


Aber der Reihe nach. Als Grundlage für die Berghänge wird zwischen unterschiedlich hoch gelegen Sperrholzplatten oder über Holzstützen ein passend zugeschnittenes Kaninchendrahtgeflecht gelegt und am Holz angetackert. Hier ein paar Bilder, wie es aussieht.

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 Nun werden alte Bettücher, am besten aus Baumwolle, und eine Leim-Wasser-Mischung benötigt.


Vier Teile Wasser werden mit einem Teil Holzleim gemischt. Aus den alten Bettüchern werden passende Stücke für das zu belegende Kaninchendrahtgeflecht geschnitten. Die Bettuchstücke werden in das Wasser-Leim-Gemisch getunkt, leicht ausgewrungen und dann überlappend auf das jeweilige Drahtgeflecht gelegt. Nun nur noch trocknen lassen, dazu sollte ein Tag reichen. Das Ergebis ist ein steifes "Bettuchgebirge", wesentlich leichter als ein "Gipsgebirge".

Hier ein paar Bilder vom "Bettuchgebirge":

 

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Nun geht es an die Ausgestaltung der Landschaft. Felswände müssen geformt, Waldwege, Wiesen und Wälder angelegt werden. 

Felsen
Beim Bau der Felsen habe ich mich für eine Leichtbauweise entschieden. Wegen des Gewichtes habe ich die Felsen nicht aus Gips geformt, sondern Weinkorken verwendet.

 

Weinkorken? Ja, Weinkorken in Längsrichtung zwischen die Backen einer Kneifzange legen, den Korken "durchbeißen", und es entstehen zwei Korkhälften mit gebrochener und zerrissener Struktur an der Bruchfläche. Nun jeweils eine dünne Scheibe mit einem scharfen Fleischmesser an der Bruchfläche vom Korken abschneiden (Achtung beim Schneiden, denn man kommt nicht umhin, die Korkhälfte mit "spitzen Fingern" zu halten), und schon sind zwei Teile für eine Felswand fertig. 

Auf diese Weise habe ich so um die einhundert Korkscheiben zurechtgeschnitten, die dann auf die Steilhänge des Bettuch-Gebirges aufgeleimt werden. Ich habe teils dicht an dicht geklebt, teils aber auch Zwischenräume gelassen.

Die Zwischenräume, aber auch glatte Steilhänge werden mit der oben erwähnten leberwurstartigen Masse ( 1 Teil Wasser, 1 Teil Holzleim, nach Gusto Abtönfarbe hinzumischen, gut durchmischen und mit feinem Sägemehl auffüllen, bis eine leberwurstartige Masse entsteht), schwarz-braun-grau abgetönt, aufgefüllt. Feines Sägemehl läßt sich übrigens problemlos mit Küchengerät wie einem Thermomix oder einem schnell rotierenden Zerkleinerer herstellen.

Sind die Korkstücke angeleimt und die schwarz-braun-graue Leberwurstmasse durchgetrocknet – kann je nach Schichtdicke ein, zwei, drei Tage dauern – wird gemalt. Mit roter, grüner, brauner, ockerfarbiger, schwarzer, weißer und blauer Abtönfarbe läßt sich ein schon recht naturnahes Felsenimitat erzeugen.

Hier ein paar Eindrücke von der Felsproduktion:

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Waldwege, Plätze

Für Waldwege oder Plätze habe ich auch die entsprechend eingefärbte (dunkelbraun-schwarz) "Leberwurstmasse" verwendet. Nach dem Aufstreichen kann diese Masse noch mit Wege-Streumaterial abgestreut werden. Durchtrocknen lassen, überflüssiges Streumaterial absaugen (am besten ein Stück einer Damenstrumpfhose vor den Saugstutzen spannen, so läßt sich das Streumaterial wiederverwenden), fertig ist der Waldweg oder der Ascheplatz.

 

Begrünung

Für die Wiesen habe ich auch die nun grün eingefärbte "Leberwurstmasse" verwendet. Ist die Masse aufgestrichen, wird mit Wiesen-Streumaterial abgestreut. Wieder durchtrocknen lassen und das überflüssige Streumaterial wie bereits oben beschrieben absaugen.


Bäume und Sträucher können nach dem Aufstreichen der grünen "Leberwurstmasse" direkt in die Pampe eingedrückt werden. Ich allerdings habe später winzige Löcher in die ausgehärtete "Leberwurstmasse" gebohrt und die Bäumchen eingesteckt.


Ein paar Bäumchen habe ich selber gemacht – und zwar aus Elektrokabelresten. Mehrere feinadrige Elektrokabel in der Länge von zirka zwölf Zentimetern habe ich abisoliert und zu einem Stamm mit der von mir gewünschten Dicke verzwirbelt. Der verzwirbelte Stamm wird verzinnt, damit er zusammenhält und am Ende der gewünschten Stammhöhe in etliche immer dünner werdende Äste verzweigt, denen dann auch mit Lötzinn Halt gegeben werden muß.


Hat der Elektrokabelader-Baum das gewünschte Aussehen, wird er mit einem 1:1-Gemisch aus Leim und Wasser, das mit dunkelbrauner Abtönfarbe eingefärbt wird, angemalt und die Äste, die Blätter und Blüten bekommen sollen, mit Streumittelresten bestreut. Dann Durchtrocknen lassen und fertig ist das Bäümchen.


Einen kleinen See habe ich aus Wellpappe, "Leberwurstmasse" und gewellter PVC-Folie geformt. Hierzu habe ich in ein Wellpappenstückchen, das im Umriß ein wenig größer ist als die  Uferlinie des zu bauenden Sees, den See im Umriß eingeschnitten. Die Tiefe des Sees habe ich durch Übereinanderlegen mehrerer gleichartiger Wellpappenstückchen erzeugt, die allerdings im Außenumriß von Schicht zu Schicht größer werden, im Innenumriß aber kleiner. So entsteht ein Pappgebilde, das von außen treppenartig ansteigt, innen aber treppenartig abfällt. Von außen nach innen bis zum Seeufer habe ich die Treppen mit grüner "Leberwurstmasse" verspachtelt, das Seeinnere mit schwarz-grün-blauer. Nach dem Durchtrocknen können mit zusätzlicher Abtönfarbe Flächen mit grünem Tang oder schwarzem Schlamm im See erzeugt werden.


Eine gewellte PVC-Folie, die es in Modellbahnläden zu kaufen gibt, habe ich entsprechend der Seeuferlinie ausgeschnitten und in den See eingeklebt.


Dieses Wellpappengebilde habe ich auf die Grundplatte aufgeklebt, so daß ein See auf einer leichten Erhöhung entstanden ist.


Wem die höhere Lage des Sees nicht gefällt, der schneidet die Wellpappenstücke im Außenumriß alle gleich groß und in die Grundplatte ein Loch mit diesem Umriß. Der See wird dann in die Grundplatte eingeklebt, so daß er auf Grundplattenhöhe liegt. 


Ein Projekt über die Wintermonate von 2010 bis 2018, ausgenommen die von 2017, hat somit ein (vorläufiges) Ende gefunden. Aber technisch läßt sich immer wieder etwas verbessern. Somit wird mir auch in kommenden Wintern die Arbeit an der Modellbahnanlage erhalten bleiben.

 

Hier eine Panoramaaufnahme meiner Modellbahn und ein paar  

Bilder zur Anlage

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Und hier ein Video zum Stand der Anlage im März 2018! 

Klicke auf das Bild und Du siehst ein Video (Stand März 2018)!