Bernd und Margret Hartkopf

          
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Bau einer Modellbahn

Eine Geschichte von Ende der 1950er Jahre bis heute

Wovon träumen Jungs? Ein Flugzeug steuern, eine Lokomotive bedienen oder einen großen Lastwagen lenken. Klischee? 

Mag sein, aber dann gibt es verdammt viele Männchen, auf die dieses Klischee passt. Auch auf mich! 

Fidel Castro ergriff die Macht auf Kuba, Erzbischof Makarios kehrte aus dem Exil nach Zypern zurück, in New York wurde "Barbie" erstmalig präsentiert, Heinrich Lübke wurde Bundespräsident, die "Blechtrommel" von Günter Grass erschien und Martin Lauer schrieb Sportgeschichte und lief an einem Tag zwei Weltrekorde. Da fing es an ...

 ... mit diesem Karton:

 

Es fing an mit einem Kreis von Märklin-H0-Metallgleisen und einer Tenderlok 89 028 mit drei Personenwagen, sowohl im Modell wie auch in der Realität noch richtig aus Blech. Der Volksmund nannte sie "Donnerbüchsen", weil sie sehr laut waren und stark dröhnten.

 Mit den Jahren wuchs die "Startpackung". Eine Dampflok 23 014 kam hinzu, richtig schwer in der Hand liegend, weil aus Metall (nix Plastik!) mit Schnellzugwagen, auch aus Blech. Weil diese Wagen sehr windschnittig waren, nannte der Volksmund das Vorbild in der Realität "Schürzenwagen".

 Immer zu Weihnachten gab es weiteres "Rollmaterial", Faller-Häuschen und Zubehör. Irgendwann Anfang der 1960er Jahre montierte mein Vater die Anlage auf eine Spanplatte, die dann immer zu Weihnachten aus dem Keller in die viel zu kleine Wohnung geholt wurde und ab Januar dann wieder ihr Dasein aufgehängt an einer Kellerwand fristete.

So ging das jahrelang. Aus der Startpackung war eine Anlage von 1,4 x 2 Metern geworden. Und dann kam, was kommen musste: Der junge Mann verlor die Lust am "Eisenbahnspielen" und hatte Lust auf und Augen für andere Dinge.

Das "Rollmaterial" landete in einer großen Holzkiste, die Anlage hing im Keller der elterlichen Wohnung. Der junge Eisenbahnfan war längst in einer anderen Region gelandet, hatte geheiratet und ein "Häuschen" gekauft. Und dann kam bei einem Besuch der Mutter die Idee, die Anlage in die neue Heimat zu transportieren.

Es war dann in dem Jahr, als in Peking Panzer gegen Studenten auffuhren, in Berlin die Mauer fiel, Gorbatschow sein "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" sagte, als die "Bahnplatte", festgezurrt auf dem Autodach, ihre Reise über die A3 nach Hennef antrat.

Ab dann wuchs die Anlage wieder. Neue Fahrstrecken mit vielen Weichen und Signalen, neue Häuser kamen hinzu. Und die Anlage erreichte schließlich eine Größe von 2,2 x 2,8 Metern. Immer war hinzugebaut, ein Brett an das andere geleimt worden. Zuletzt war es wie beim Kölner Dom: hier ein Erker, dort ein Türmchen. Und die Elektrik? Au weia! Kein System mehr! Strippen kreuz und quer!

Schon Ende 2009 reifte dann der Entschluss, die Anlage völlig neu aufzubauen. Im Winter 2010 ging es dann los.  Weit über einhundert Schienen wurden abgeschraubt, alles auf Funktionsfähigkeit überprüft und dann gegen Ende 2010 eine neue Anlage entworfen.